Jens Oliver Meiert

Anforderungen an Website-Prototypen

Vortrag vom 23. Mai 2007 (↻ 8. Juni 2007), exklusiv für die webinale 07 (nicht gehalten).

Dieser und viele andere Beiträge sind auch als hübsches, wohlerzogenes E-Book erhältlich: On Web Development.

Inhalt

  1. Definitionen
  2. Problem
  3. Anforderungen
    1. Universalität
    2. Aktualität
    3. Realismus
    4. Fokus
    5. Zugänglichkeit
    6. Verfügbarkeit
    7. Verbindlichkeit
    8. Kontinuität
    9. Kommunikation
    10. Dokumentation
  4. Nachteile
  5. Vorteile
  6. Checkliste

Definitionen

Prototyp:

Eine projektbezogene Sammlung von statischen oder dynamischen Vorlagen basierend auf HTML, CSS und DOM-Scripting.

Ein Mikrokosmos Ihrer Online-Investition.

Entsprechend vor allem der ersten Definition sind im Folgenden Faktoren wie technische Basis, Informationsarchitektur oder Qualitätssicherung – durch zum Beispiel automatisierte Tests – von Prototypen nicht relevant.

Problem

Schlechte (oder gar non-existente) Prototypen kosten Geld.

Anforderungen

Universalität

Alles abbilden, das auch live ist.

Das »Was«, auf Seitentypen und -elemente bezogen.

Aktualität

Alles abbilden, das auch live ist.

Das »Wie«, auf etwaige Nova auf der Live-Website bezogen.

Realismus

Aber: Blindtext ist okay.

Der Einsatz von realem Mikrocontent bedeutet eine wahrscheinlichere Berücksichtigung konzeptioneller Aspekte sowie ein geringeres Risiko von »Implementierungsverlusten«. »Verschiedene Anwendungsfälle« dienen der Sicherstellung der »visuellen Integrität« – funktionieren bestimmte Teaser-Konstellationen, passt die Zeilenhöhe bei langen Listeneinträgen und so weiter.

Fokus

Einfach halten, Redundanzen möglichst meiden.

Erklärtes Ziel: Ein Prototyp soll nie zur Live-Website »verkommen«.

Zugänglichkeit

Breites Publikum vorsehen:

Während Frontend- und Software-Entwickler logischerweise immer zur Zielgruppe von Prototypen gehören, werden andere Gruppen in der Praxis gerne vernachlässigt. Dies entspricht ungenutztem Potential und letztlich auch herausgeschmissenem Geld. Wichtig bei der »Benutzer«-Gruppe – hier verändern sich die Anforderungen ein wenig, da diese in der Regel mehr Realismus und weniger Fokus erfordert.

Verfügbarkeit

Fixen URI vorsehen, um:

… im Gegensatz zu »lokalen« Prototypen.

Verbindlichkeit

In der Regel beobachtet man eine Verschiebung, sobald eine auf einem Prototypen aufbauende Website ins Netz geht – während vor Launch der Prototyp maßgebend war, können nach Launch erfolgte Änderungen der Live-Website Anpassungen am Prototypen induzieren.

Kontinuität

Fortlaufende Wartung, auch nach Projektabschluss.

Möglicher Hauptgewinn: Der nächste Relaunch ist nur ein Redesign.

Kommunikation

Änderungen kommunizieren, egal ob prototyp- oder implementierungsbezogen.

… logischerweise, durch die vorhergehenden Erfordernisse impliziert.

Dokumentation

Dokumentieren von Designprinzipien und Charakteristika (Module, Constraints, Fallstricke).

Auch wenn ein guter, funktionierender Prototyp noch nie an fehlender Dokumentation gestorben ist, ist dies dennoch ein obligatorischer Punkt.

Nachteile

Ein guter Prototyp erfordert:

Vorteile

Ein guter Prototyp bedeutet:

… und dadurch:

»Mehr Spaß« durch die wesentlich unwahrscheinlichere Frustration, die auftritt, wenn Frontend- oder Webentwickler Fehler beheben müssen, die aufgrund abweichender Implementierung entstanden sind – unerheblich, ob unsorgfältig übernommen wurde oder dies jeweils legitim war, aber unkommuniziert. Wieviele »Schläfer«-Elemente gibt es mittlerweile allein auf Ihrer Website?

Checkliste

Ist der Prototyp:

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Stand: 8. Juni 2007.

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