Jens Oliver Meiert

Prinzipien der Barrierefreiheit (W3C)

Originalversion:
https://www.w3.org/WAI/intro/people-use-web/principles
Übersetzer:
Jens Oliver Meiert, meiert.com
Datum der Übersetzung:
18. Dezember 2017

Bei diesem Dokument handelt es sich um die deutsche Übersetzung eines W3C-Textes. Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt; bitte beachten Sie die Hinweise des Originaldokuments sowie die Anmerkungen der W3C-Dokumentlizenz. Die Übersetzung hat keine durch das W3C legitimierte, normative Wirkung. Das einzige maßgebliche Dokument ist das englische Original.

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Prinzipien der Barrierefreiheit
Wie Menschen mit Behinderungen das Web benutzen

Einleitung

Diese Seite stellt einige der Barrierefreiheitsanforderungen für Websites, Webapplikationen, Browser und weitere Werkzeuge vor. Sie bietet Querverweise zu den internationalen Standards der »Web Accessibility Initiative« (WAI) des W3C, die auch Erwägungen zur Verschiedenheit von Webnutzern und Wegen, wie das Web benutzt wird beinhalten.

Anmerkung: Diese Seite dient Illustrationszwecken und wurde nicht dafür erstellt, eine allumfassende Aufzählung aller Zugänglichkeitsanforderungen abzubilden.

Auf dieser Seite

Standards zu Barrierefreiheit im Internet

Barrierefreiheit basiert auf mehreren Komponenten, die miteinander in Bezug stehen. Diese umfassen:

Mehr zu Standards zu Barrierefreiheit im Internet

Diese Komponenten stehen miteinander in Beziehung und unterstützen sich gegenseitig. So bedürfen Webinhalte beispielsweise Textalternativen für Bilder. Diese Informationen müssen von Web-Browsern verarbeitet werden und dann assistiven Technologien wie Screenreadern übermittelt werden. Um solche Textalternativen zu erstellen, brauchen Autoren Autorenwerkzeuge, die ihnen dabei helfen. Weitere Informationen hierzu gibt es unter Essentielle Bestandteile von Barrierefreiheit im Internet.

Standards spielen eine wichtige Rolle dabei, Barrierefreiheitsanforderungen für diese Komponenten zu definieren. Manche Anforderungen sind leicht zu erfüllen, aber es ist trotzdem hilfreich, die Grundlagen zu verstehen, wie Menschen mit Behinderungen das Web benutzen, um sie effektiver und effizienter zu implementieren. Manche Aspekte der Zugänglichkeit erfordern weitere technische Fähigkeiten oder ein erweitertes Verständnis davon, wie Menschen das Web benutzen. In allen Fällen hilft es, Nutzer früh und durchgängig in Web-Projekten einzubinden, um Ihre Arbeit besser und leichter zu machen.

Die Barrierefreiheitsinitiative des W3C (»Web Accessibility Initiative«, WAI) bietet eine Reihe von Richtlinien, die international als Standard für Barrierefreiheit im Internet angesehen werden. Diese umfassen:

Es gibt eine WAI-Spezifikation für barrierefreie Internetanwendungen (»Accessible Rich Internet Applications«, WAI-ARIA), die dynamische Inhalte und erweiterte Benutzerschnittstellenelemente abdeckt, die mit AJAX, JavaScript und ähnlichen Web-Technologien entwickelt wurden.

Wahrnehmbare Informationen und Benutzeroberflächen

Textalternativen für nicht-textliche Inhalte

Textalternativen sind Äquivalente für nicht-textliche Inhalte. Beispiele sind:

Textalternativen vermitteln den Zweck eines Bildes und sind dazu da, eine vergleichbare Nutzererfahrung zu bieten. So ist die angemessene Alternative für einen graphischen Such-Button zum Beispiel »Suchen« anstatt einer »Lupe«.

Textalternativen können auf eine Vielzahl von Wegen zugänglich gemacht werden. Sie können zum Beispiel Menschen vorgelesen werden, die den Bildschirm nicht sehen können oder die Schwierigkeiten haben, zu lesen, und sie können auf Braille-Geräten dargestellt werden. Textalternativen dienen als Beschriftungen für Kontrollelemente sowie als Funktionalität, um mit Tastaturnavigation und Spracheingabe (Navigation durch Stimmerkennung) zu helfen. Sie können auch dazu dienen, Audio, Video und Dateien in Fremdformaten zu kennzeichnen, genauso wie Anwendungen, die in Teile von Websites eingebettet sind.

Barrierefreiheitsanforderungen für Textalternativen (Links zu technischen Spezifikationen)

WCAG 2.0

UAAG 2.0

ATAG 2.0

Geschichten zu Textalternativen

Untertitel und andere Alternativen für Multimedia

Menschen, die kein Audio hören oder Video sehen können, benötigen Alternativen. Beispiel hierfür sind:

Gut geschriebene Texttranskripte, die die korrekte Abfolge von akustischen und visuellen Informationen beinhalten, bieten ein Basislevel an Zugänglichkeit und ermöglichen die Produktion von Untertiteln und Audiobeschreibungen.

Barrierefreiheitsanforderungen für Multimedia (Links zu technischen Spezifikationen)

WCAG 2.0

UAAG 2.0

ATAG 2.0

Geschichten zu Multimedia

Inhalte können auf verschiedene Arten dargestellt werden

Für Nutzer, die in der Lage sind, die Darstellung von Inhalten zu verändern, ist es notwendig, dass:

Das Erfüllen dieser Anforderung ermöglicht es, Inhalte korrekt laut vorgelesen, vergrößert oder angepasst zu werden, um die Bedürfnisse und Vorlieben verschiedener Menschen zu befriedigen. Sie können zum Beispiel in bestimmten Farbkombinationen, Textgrößen oder in anderen Formaten dargestellt werden, inklusive der automatischen Generierung von Seitenhierarchien und Zusammenfassungen, um dabei zu helfen, sich einen Überblick zu verschaffen, und um sich leichter auf bestimmte Abschnitte zu konzentrieren.

Barrierefreiheitsanforderungen zur Anpassbarkeit (Links zu technischen Spezifikationen)

WCAG 2.0

UAAG 2.0

ATAG 2.0

Geschichten zu Anpassbarkeit

Inhalte sind leichter zu sehen und zu hören

Unterscheidbare Inhalte sind leichter zu sehen und zu hören. Solche Inhalte bedeuten folgendes:

Diese Anforderung zu erfüllen hilft dabei, Vorder- von Hintergründen zu unterscheiden und wichtige Informationen differenzierbar zu machen. Dies schließt Erwägungen um Menschen ein, die keine assistiven Technologien benutzen oder die diese zwar einsetzen, aber Störungen durch ausgeprägte Audio- oder Videoinhalte ausgesetzt sind. Viele Menschen mit Farbenblindheit benutzen zum Beispiel keine besonderen Werkzeuge und verlassen sich auf angemessenes Design, das ausreichenden Kontrast zwischen Text und den umliegendem Hintergrund bietet. Bei anderen könnte Audio, das automatisch abgespielt wird, mit Text-zu-Sprache oder assistiven Hörgeräten (ALD) interferieren.

Barrierefreiheitsanforderungen zur Unterscheidbarkeit (Links zu technischen Spezifikationen)

WCAG 2.0

UAAG 2.0

ATAG 2.0

Geschichten zu Unterscheidbarkeit

Bedienbare Benutzerschnittstellen und Navigation

Funktionalität ist über Tastatur erreichbar

Viele Menschen benutzen keine Maus und verlassen sich auf die Tastatur, um mit dem Web zu interagieren. Dies erfordert Tastaturzugang zu aller Funktionalität, einschließlich Formularkontrollelementen, Eingabeelementen und anderen Nutzerschnittstellenkomponenten.

Tastaturzugänglichkeit beinhaltet folgendes:

Das Erfüllen dieser Anforderung unterstützt Tastaturnutzer, einschließlich von Menschen, die alternative Tastaturen benutzen wie solche mit ergonomischen Layouts und die auf dem Bildschirm dargestellt werden (»on-screen«), sowie Menschen, die Geräte wechseln. Es hilft auch denen, die Spracheingabe und -erkennung benutzen, um Websites zu bedienen und Texte zu diktieren.

Barrierefreiheitsanforderungen für Tastaturzugänglichkeit (Links zu technischen Spezifikationen)

WCAG 2.0

UAAG 2.0

ATAG 2.0

Geschichten zu Tastaturzugänglichkeit

Benutzer haben genug Zeit, um Inhalte zu lesen und zu verwenden

Manche Menschen brauchen mehr Zeit als andere, um Inhalte zu lesen und zu gebrauchen. Manche Menschen brauchen mehr Zeit, um Text einzugeben, Anleitungen zu verstehen, Bedienelemente zu benutzen oder auf einer Website Aufgaben andersartig zu beenden.

Beispiele, genug Zeit zu geben, umfassen Mechanismen um:

Barrierefreiheitsanforderungen zu ausreichender Zeit (Links zu technischen Spezifikationen)

WCAG 2.0

UAAG 2.0

ATAG 2.0

Geschichten zu ausreichender Zeit

Inhalte verursachen keine Anfälle

Inhalte, die in bestimmten Abständen und Mustern blinken, können fotosensitive Reaktionen – einschließlich Anfällen – auslösen. Blinkende Inhalte werden idealerweise komplett vermieden oder sonst auf eine Art eingesetzt, die keine Gefahren birgt.

Barrierefreiheitsanforderungen zu Anfällen (Links zu technischen Spezifikationen)

WCAG 2.0

UAAG 2.0

ATAG 2.0

Gut organisierte Inhalte helfen Nutzern, sich zu orientieren und effektiv zu navigieren. Solche Inhalte umfassen folgendes:

Erfüllung dieser Anforderung hilft Menschen, Webseiten auf verschiedene Arten zu navigieren, je nach ihren Bedürfnissen und Vorlieben. Während manche Menschen sich zum Beispiel auf hierarchische Navigationsstrukturen wie Menüleisten verlassen, um bestimmte Seiten zu finden, ziehen andere Website-Suchfunktionen vor. Manche Menschen mögen Inhalte sehen, während andere sie hören oder zugleich sehen und hören wollen. Manche Menschen mögen auf Inhalte nur über Maus oder Tastatur zugreifen, während andere beides benutzen.

Barrierefreiheitsanforderungen zu Navigationsmöglichkeiten (Links zu technischen Spezifikationen)

WCAG 2.0

UAAG 2.0

ATAG 2.0

Geschichten zu Navigation

Verständliche Informationen und Benutzeroberflächen

Text ist lesbar und verständlich

Autoren von Inhalten müssen sicherstellen, dass Textinhalte für das größtmögliche Publikum lesbar und verständlich sind, einschließlich von Fällen, wenn diese laut vorgelesen werden. Solche Inhalte sind durch folgendes ausgezeichnet:

Diese Anforderung trägt dazu bei, dass Software, inklusive assistiver Technologien, Textinhalte korrekt verarbeiten kann. So hilft die Anforderung Software, Inhalte vorzulesen, Seitenzusammenfassungen zu generieren und Definitionen zu ungewöhnlichen Wörtern wie technischem Jargon anzubieten. Sie hilft ebenso Menschen, die Schwierigkeiten haben, komplexere Sätze, Ausdrücke und Vokabular zu verstehen. Und ganz besonders hilft sie Menschen mit unterschiedlichen Arten von kognitiven Behinderungen.

Barrierefreiheitsanforderungen zur Lesbarkeit (Links zu technischen Spezifikationen)

WCAG 2.0

ATAG 2.0

Geschichten zu Lesbarkeit

Inhalte erscheinen und funktionieren auf vorhersehbare Weise

Viele Menschen benötigen vorhersehbare Benutzeroberflächen und werden durch inkonsistente Darstellungen und Verhalten desorientiert oder abgelenkt. Beispiele dafür, Inhalte vorhersehbarer zu gestalten, umfassen folgendes:

Das Erfüllen dieser Anforderung hilft Menschen, die Funktionalität und Navigationsmöglichkeiten auf einer Website schnell zu erlernen, und diese nach ihren spezifischen Bedürfnissen und Vorlieben zu bedienen. So weisen manche Menschen Funktionen, die sie häufig benutzen, personalisierte Tastaturkürzel zu, um die Tastaturnavigation zu erweitern. Andere prägen sich die Schritte ein, die notwendig sind, um bestimmte Seiten zu erreichen oder bestimmte Vorgänge zu beenden. Beides ist nur bei vorhersehbarer und konsistenter Funktionalität möglich.

Barrierefreiheitsanforderungen zu Vorhersehbarkeit (Links zu technischen Spezifikationen)

WCAG 2.0

UAAG 2.0

ATAG 2.0

Geschichten zu Vorhersehbarkeit

Benutzern wird geholfen, Fehler zu vermeiden und zu korrigieren

Formulare und andere Interaktionen können für manche Menschen verwirrend oder schwierig zu benutzen sein, und sie laufen deshalb eher Gefahr, Fehler zu machen. Beispiele, Benutzern zu helfen, Fehler zu vermeiden und zu berichtigen, umfassen:

Das Erfüllen dieser Anforderung hilft Menschen, die Inhalte nicht sehen oder hören und damit implizite Beziehungen, Abfolgen oder andere Anzeichen nicht erkennen können. Es hilft auch Leuten, die Funktionalität nicht verstehen, die desorientiert oder verwirrt sind, die etwas vergessen haben oder aus anderen Gründen Fehler bei der Formulareingabe oder der Interaktion gemacht haben.

Barrierefreiheitsanforderungen zu Eingabehilfen (Links zu technischen Spezifikationen)

WCAG 2.0

UAAG 2.0

ATAG 2.0

Geschichten zu Eingabehilfen

Robuste Inhalte und verlässliche Interpretation

Inhalte sind mit aktuellen und zukünftigen Werkzeugen kompatibel

Robuste Inhalte sind kompatibel mit unterschiedlichen Browsern, assistiven Technologien und anderen User-Agents. Beispiele, wie das erreicht werden kann, beinhalten:

Das Erfüllen dieser Anforderungen hilft, die Kompatibilität mit gegenwärtigen und zukünftigen User-Agents zu erhöhen, einschließlich assistiver Technologien. Insbesondere ermöglicht es assistiven Technologien, Inhalte verlässlich zu verarbeiten, und diese auf verschiedene Arten darzustellen und zu bedienen. Dies umfasst nicht-standardisierte (skriptbasierte) Buttons, Eingabefelder und andere Kontrollelemente.

Barrierefreiheitsanforderungen zu Kompatibilität (Links zu technischen Spezifikationen)

WCAG 2.0

UAAG 2.0

ATAG 2.0

Geschichten zu Kompatibilität

Fehler entdeckt? E-Mail an jens@meiert.com.

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Stand: 18. Dezember 2017

Bewusstsein, Ehrlichkeit, Verantwortung.