Jens Oliver Meiert

Elemente, Tags und Attribute

Artikel vom 24. September 2006. ISSN 1614-3124, #26.

»Tag« ist ein in der Webentwicklung häufig verwendeter Begriff, wenn es allgemein um SGML-, speziell aber um HTML-/XHTML-Elemente geht. Leider wird er jedoch nicht nur von Fachfremden und Neulingen gerne falsch gebraucht. Als Tag werden mit Vorliebe nämlich nicht nur »echte« Tags, sondern auch Elemente oder gar Attribute bezeichnet, was schlichtweg falsch ist. Der vorliegende Artikel erläutert die korrekte Terminologie und knüpft dabei an eine Reihe von Veröffentlichungen an, denen es um professionellen Sprachgebrauch geht.

Wer unter Tags vielmehr Labels, Kategorien und ähnliches versteht, ist sicher mehr an weiteren Informationen über »Social Tagging« oder Taxonomien interessiert.

Was sind Elemente, Tags und Attribute?

»Ein Bild sagt mehr als tausend Worte«, reloaded:

<foo bar="baz">Text</foo>

Das Beispiel zeigt ein foo-Element, und zwar <foo bar="baz">Text</foo>. Es besteht aus einem öffnenden foo-Tag (»Start-Tag«), also <foo> oder – vollständig – <foo bar="baz">, dem Elementinhalt »Text« sowie einem schließenden foo-Tag (»End-Tag«), nämlich </foo>. Zudem verfügt das foo-Element beziehungsweise sein Start-Tag über ein bar-Attribut mit dem Attributswert baz.

Anders ausgedrückt:

<elementname attribut="wert">Elementinhalt</elementname>

Und anhand eines konkreten Falls:

<abbr title="Periodensystem der Elemente">PSE</abbr>

Er zeigt ein abbr-Element, das die Abkürzung »PSE« für »Periodensystem der Elemente« repräsentiert. Während »PSE« den Elementinhalt darstellt, wird die ausgeschriebene Form als Wert des title-Attributs wiedergegeben. Das title-Attribut wird im abbr-Start-Tag definiert, da Attribute – zumindest in der XML-Familie – nichts in End-Tags zu suchen haben.

Geht das alles auch etwas einfacher?

Ja: Die meisten meinen in 90% aller Fälle Elemente, wenn sie von Tags sprechen, zu 5% meinen sie Attribute, was noch »falscher« ist, und zu 5% tatsächlich Tags. Gewöhnen Sie sich also eher an, immer von Elementen zu sprechen, das lässt Sie nicht ganz so oft ahnungslos dastehen. Und wer dann auch noch lernt, Attribute Attribute zu nennen, weiß auch bald, wann wirklich mal Tags gemeint sind.

Aber »Tags« klingt doch cooler?

Nein. Nur für den Fall, dass die obenstehende Ausführung immer noch keine ausreichende Motivation darstellt, um die zur Profession gehörende richtige Terminologie anzuwenden, oder dass sich für den Einen oder Anderen »Tags« tatsächlich »einfacher« oder »toller« anhört. Das permanente oder unreflektierte Reden von »Tags« ist:

Schnackt noch jemand so daher?

Ja.

Über den Autor

Jens Oliver Meiert, Foto vom 27. Juli 2015.

Jens Oliver Meiert ist ein deutscher Philosoph und Entwickler (Google, W3C, O’Reilly). Er experimentiert mit Kunst und Abenteuer. Hier auf meiert.com teilt und verallgemeinert und übertreibt er einige seiner Gedanken und Erfahrungen.

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Stand: 24. September 2006.

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